Auf der Suche nach dem Ursprünglichen

Seit vielen Generationen praktizieren junge Männer in Apulien ein naturverbundenes, fast archaisches Ritual von Gemeinschaft. Sie springen von hohen Felsen ins Meer. Dabei überwinden sie ihre Angst und lernen, den freien Fall zu genießen. Fasziniert von diesem außergewöhnlichen Freiraum abseits gesellschaftlicher Normen und Zwänge malt Kane diese „Engel der Poesie“ im freien Flug.

Gefragt nach dem innersten Antrieb ihres künstlerischen Schaffens, antwortet Kane: „Ich suche das Ursprüngliche und die Verbundenheit.“ In ihrer Malerei verarbeitet die Künstlerin ihre Sehnsucht nach einem Leben im Einklang mit der Natur und einem menschlichen Zusammenleben, das im Gegensatz steht zu unserer von Vereinzelung und Orientierungslosigkeit geprägten Gesellschaft. Es ist die Suche nach dem (verlorenen) Paradies, jenem Topos, der seit jeher ein großes Thema der bildenden Kunst ist.

„Das größte Wagnis im Leben ist es, ganz man selbst zu werden.“ (Søren Kierkegaard)

Das Gefühl, fremd zu sein in unserer modernen Gesellschaft, nicht dazu zu gehören, begleitet Kane seid ihrer Kindheit. Um der Enge des heimatlichen Dorfes zu entkommen, klettert sie auf Bäume, liest Nietzsche, Hesse und Ionesco, und schaut der Welt von oben zu. Die Natur vermittelt ihr das Gefühl des aufgehoben Seins. Dort scheint alles richtig zu sein – authentisch und unverfälscht, solange der Mensch nicht eingreift. Parallel malt sie sich ihre eigene Welt. Sie malt jeden Tag, und sie malt gut. So gut, dass sie sich nach dem Abitur für  das Kunststudium entscheidet.

Im Alter von 20 Jahren, beginnt Kane ihr Studium der Freien Malerei an den Kölner Werkschulen. Parallel fängt sie an, beim Zirkus zu arbeiten. Zirkus, das ist eine fremde und faszinierende Welt, die einlädt zum Staunen, Träumen und Wundern. Wobei Kanes Engagement dort durchaus handfester Natur ist: Sie bemalt nicht nur die Zirkuswagen, sondern baut bald auch selbst entworfene Bühnenbilder.

Der überschaubare Rahmen der Kunsthochschule, die gängigen Formate und die gebräuchlichen Techniken malerischer Praxis, engen sie jedoch ein. Plötzlich kann sie nicht mehr malen. Also erprobt sie Anderes, Größeres, und wagt den Sprung von der klassischen Staffelei auf Fassaden, Wände und Bühnen. Es folgen Engagements beim Theater, Aufträge für Szenenbilder bei Film und Fernsehen, sowie zahlreiche Großbildprojektionen für Kultur- und Industrie-Events, die sie in eigener Firma produziert.

An der Fachhochschule Köln taucht „das Zirkusmädchen“ nur noch sporadisch auf. Ihren Abschluss schafft sie trotzdem. 1989 schreibt Professor Franz Dank in ihr Zeugnis: „Verblüffend ist in allen Arbeiten die überzeugende Formulierung der Figuration, die zusammen mit den immer neuen Bilderfindungen die eigenwillige Begabung einer Künstlerpersönlichkeit zeigt.“ Blickt man heute, nach über 25 Jahren, auf ihr seither entstandenes Œuvre, findet man dieses Urteil bestätigt.

„Ich nehme nicht viel von aussen auf, sondern schöpfe aus meinen inneren Quellen.“ (Kane)

In den letzten Jahren, seitdem ihre beiden Töchter langsam ihre eigenen Wege gehen, findet Kane wieder Zeit für ihre freikünstlerische Arbeit. So nimmt sie die Serie „Nomaden“ wieder auf, die auf Begegnungen mit Aborigines in Australien basieren. Sie malt diese Bilder im Zwielicht der Projektion: Porträts und Szenen, in denen sich verschiedene Ebenen überlagern. Auf den zartfarbigen Leinwänden verschmelzen Menschen, Bäume, grafische Muster und Landschaften. Lehnen sich die frühen Gemälde formal noch stark an die fotografische Vorlage an, werden die jüngsten Arbeiten immer freier und offener. Abstrakte Elemente erobern die Bildfläche und überlagern die figurativen Darstellungen. Auch die Bilder der „Angeli della Poesía“ entwickelt sie nach und nach in diese Richtung.

„The best way to travel is to feel.“ (Fernando Pessoa)

Nicht aus dem Verstand heraus zu arbeiten, das Wesentliche im Blick zu behalten und beim Malen in Bewegung zu bleiben, hat sich Kane vorgenommen. Kein leichtes Unterfangen für eine Malerin die in der Lage ist mühelos jedes Gemälde der Kunstgeschichte bis ins kleinste Detail zu kopieren. Und gerade deshalb wagt sie sich mit ihrer jüngsten Serie „Dreams“ vor in den Bereich des Unterbewusstseins. Es geht ihr darum, den Zugang zu einer anderen Wirklichkeit zu finden und deren Sprache zu verstehen. Zu lernen, den eigenen Gefühlen zu vertrauen. Und auch darum, sich in ihrer Kunst zu zeigen.

Kanes Bilder leben von der Spannung zwischen Stabilität und Flüchtigkeit. Im Rahmen ihrer Projektionsarbeiten praktiziert sie den fließenden Umgang mit Lichtmotiven und erzeugt das „dritte Bild“ für nur einen Augenblick. In ihrer Malerei hält sie diesen Moment jedoch fest: Die verschiedenen Ebenen überlagern sich, Räume und Körper wirken durchlässig und transparent. Räumliche Strukturen und klare Linien wechseln ab mit offenen Formen und Partien vollkommener Auflösung. Dabei wechselt sie die Formate mit erstaunlicher Leichtigkeit, bewältigt die Blätter ihres kleinen Skizzenbuchs ebenso wie 2 x 3 Meter messende Leinwände oder bemalt gleich ganze Schaufensterflächen. Parallel entstehen weiterhin freikünstlerische Projektionen, wie die 2017 in der Kölner Severinskirche realisierte Lichtinstallation „Das Paradies ist anderswo“.

Susanne Boecker

Algunas personas la subestimaron durante su adolescencia.
Hasta que algo la llevo a su correcto lugar, Depredador por exelencia, buscando e investigando la vida desde siempre.
Como?
A través de sus sueños. hay personas que son „Mujer“ o „Hombre“, hay otras personas que simplemente son Humanos…
Por la culpa de un CIRCO, ella aprendio todo respecto luces y sombras, figuras y personas.
Su constante choque contra la sociedad, fue el iniciador de un ilegible ARTISTA.
El arte no es solo para gente INTELIGENTE o no lo se.
Arte es para cualquier personas que SIENTE algo, con la persona detras de una tela, carton, madera o lo que sea.
Por su serie NOMADEN, fue que me encontro y dibujos de sueños desarrollo.

Sobre Frau Kampmann
Carlos Bonasso, Curador (Uruguay )